Kommentarlinks sind dofollow!

Die wichtigsten Regeln der internen Verlinkung

von Florian Elbers am 15. Juli 2013

Ich habe mir die Mühe gemacht sämtliche Regeln, die es zur internen Verlinkung von Inhalten gibt (oder geben sollte) einmal schriftlich zu fixieren. Ziel war es, diese Leitsätze sowohl als Vorlage zur manuellen, als auch zur Grundlage einer automatischen internen Verlinkung zu verwenden. Daher sind diese Ausführungen nicht nur an SEOs, Redakteure oder Aushilfen als Zielgruppe gerichtet, sondern auch an entsprechende Programmierer. Die vor allem in den quantitativen Regeln verwendeteten Zahlenwerte basieren zum großen Teil auf eigenen Erfahrungen oder auf Werten, die einem gesunden Gleichgewicht zwischen Optimierung und Lesbarkeit dienen. Wer andere Erfahrungswerte hat, möge diese bitte in den Kommentaren mitteilen. Ohnehin sind diese Regeln nicht in Stein gemeißelt: ich bin für jede Erweiterung oder Kritik offen. Anmerkung: Die Verwendung des „>“-Zeichens bedeutet, dass der Teil links davon besser ist als der rechte.

Ziele der internen Verlinkung:

  • Weitergeben von PageRank bzw. Linkpower oder Linkjuice
  • Ranking von Inhalten / Artikeln / Produktseiten etc. verbessern
  • Verbesserung der Crawlability (Erreichbarkeit für den Google Bot) älterer Inhalte
  • Steigerung von Page-Views (Anzahl der Seiten pro Besucher)
  • Verringerung der Absprungrate (Bounce Rate)
  • Verbesserung der allgemeinen User-Journey und der Wertigkeit des Artikels

Übergeordnete Regel(n):

  • User first!
  • Im Zweifel Link für den User und nicht für die Suchmaschine setzen
  • Je häufiger ein Link tatsächlich von echten Nutzern geklickt wird ohne danach direkt zu bouncen, umso besser ist er
  • Quantitative Regeln:

  • Keine 2 Links direkt nebeneinander bzw. keine 2 Wörter direkt nebeneinander verlinken
  • Höchstens 3 (interne wie externe) Links pro Absatz
  • Nicht mehr als 5 interne Links pro Text – zu viele Links schwächen die wichtigen Links, geben ein unruhiges Schriftbild und erschweren das Querlesen (Quelle)

Regeln zur Platzierung:

  • Link aus dem Text > Link unter dem Text > Link in der Sidebar > Link im Footer
  • Link möglichst in thematischem Umfeld platzieren (in der Nähe zu passendem Text, Bildern oder Videos)
  • Wichtige Links möglichst in sichtbaren Bereich („above the fold“), d. h. im oberen Teil des Textes einbauen
  • Nicht aus Überschriften verlinken (Google hält den Artikel sonst für eine Ansammlung von Artikelteasern)

Regeln für den Linktext:

  • Textverlinkung > Bildverlinkung, da hier ein Ankertext mit übergeben werden kann
  • Keine ausgehenden Links mit Keywords verlinken, für die der linkgebende Artikel selbst ranken soll
  • Keine ganzen Sätze bzw. Zeilen verlinken
  • Ankertext sollte dem Title bzw. der Überschrift der Zielseite möglichst nah kommen
  • „hier“, „hier klicken“ oder URL etc. als Ankertexte sind nicht unbedingt optimal, aber zuweilen sinnvoll
  • Häufiger Gebrauch von Money-Keywords als Ankertext ist intern noch erlaubt, extern nicht mehr (siehe Penguin-Update)
  • Keine Wortteile, Teilwörter oder einzelne Buchstaben verlinken

Regeln für das Linkziel:

  • Link auf eigene, d. h. interne Unterseite > Link auf externe Website
  • Deeplinks (Verlinkung z. B. von Startseite auf Produkt) > Crossverlinkung (Verlinkung zwischen Seiten gleicher Ebene)
  • Nicht das gleiche Keyword mit 2 verschieden Zielseiten verlinken
  • Nur themenrelevante Seiten verlinken, die im Index sind und ranken bzw. gefunden werden sollen
  • Externe Links auf vertrauenswürdige Quellen (z. B. Studien) erhöhen die Wertigkeit des eigenen Artikels
  • Als Linkziel gilt: Artikel > Kategorie / Ressort / Übersichtsseite > Homepage
  • Absolute URLs verlinken („http://www.beispiel.de/test/“ > „/test/“)
  • Verlinken innerhalb des Ressorts > Verlinkung auf Seiten anderer Ressorts („Siloing“)
  • Nur Seiten mit HTTP-Statuscode 200 (OK) verlinken
  • Nicht auf Seiten verlinken, die per robots.txt gesperrt sind
  • Nur auf Seiten verlinken, deren Canonical-Tag auf sich selbst zeigt

Regeln für die Linkattribute:

  • Nofollow intern vermeiden, ausser bei gewerblichen Links
  • Title-Attribut für Links ist überflüssig
  • ALT-Attribut für Links existiert nicht

In → SEO

15 Kommentare
  1. Sehr schöne Übersicht und sicher auch eine gute Checkliste die man gut abhaken kann.
    Dass ein häufiger geklickter Link ein besserer ist stimmt zwar in den meisten Fällen, aber nicht dann wenn der Inhalt dahinter nicht der Erwartung entspricht und die „interne Bounce-Rate“ danach erhöht ist.

    Insbesondere für die Programmierer interessant wären solche Regeln über die Paginierung, die ja auch zur internen Verlinkung gehört. Stichwort lineare vs. logarithmische Paginierung oder wie PL und ich das damals getauft hatten 😉

    • Hey Justus,
      danke für deine Ergänzungen, habs mal hinzugefügt. Paginierung zähl ich jetzt mal zur Navigation, habe mich hier eher auf die Intext-Verlinkung fokussiert. Euer Whitepaper ist in der Richtung ja sowieso unschlagbar… 😉

  2. Auf no- und dofollow achten. Das dürfte jeder wissen. Dazu existieren zahlreiche weitere Regeln. Danke für deine umfangreiche Beschreibung.

  3. Hey Florian,

    wie kannst du diesen Punkt: „Externe Links auf vertrauenswürdige Quellen (z. B. Studien) erhöhen die Wertigkeit des eigenen Artikels“ begründen?

    Wenn ich selbst schon eine Autorität bin, muss ich meiner Meinung nach nicht noch eine externe Quelle verlinken, die meine Meinung bestätigt. Also warum sollte das für Google ein positives Zeichen sein?

    • Hallo Tobias,
      dies ist sicher ein Punkt, über den sich streiten lässt. Jedoch habe ich mich einerseits an Matt Cutts gehalten, der 2009 gesagt hat: „In the same way that Google trusts sites less when they link to spammy sites or bad neighborhoods, parts of our system encourage links to good sites“ (http://www.mattcutts.com/blog/pagerank-sculpting/). Andererseits lautet der erste Punkt der qualitativen Webmaster Guidelines von Google: „Make pages primarily for users, not for search engines“ (https://support.google.com/webmasters/answer/35769?hl=en#3) – und daran sollte man sich als SEO oder auch Nicht-SEO halten. Wenn eine Seite also weiterführende, detailierte Informationen bietet oder gar Quelle meiner Recherche ist, warum sollte ich meinen Lesern nicht einen Mehrwert bieten und diese verlinken. Ich persönlich ärgere mich auch immer, wenn z. B. auf Spiegel Online über eine US-Studie berichtet wird, diese aber nicht im Original verlinkt wird. Ein Text mit so einem Link bietet mir da die deutlich bessere Information. Ob Autorität hin oder her. Und ich denke Google sieht es genauso.

  4. Hey Florian,

    danke für deine Antwort. Es steht außer Frage, dass es für den User wichtig ist, weiterführende Informationen zu bekommen. Aber ob der Artikel dann tatsächlich Vorteile (vor allem im Ranking) hat, wage ich zu bezweifeln. Aber das wolltest du ja vielleicht auch gar nicht sagen. Sonst stimme ich dir zu! 😉

  5. Toller Artikel. Danke für deine Mühe. Mir helfen deine Infos definitiv bei meiner Arbeit!

  6. Sieht sehr vollständig aus, spontan fällt mir auch nichts weiter dazu ein.

    Allerdings muss ich bei diesem Punkt widersprechen: „Textverlinkung > Bildverlinkung, da hier ein Ankertext mit übergeben werden kann“
    Ein Bild hat einen alt-Text, der dann (vermutlich) als title genutzt wird. Das ist wie einem Firmenlogo im h1-Tag, da wertet Google wohl auch das alt-Attribut aus.

    Quelle finde ich auf die schnelle leider keine, sorry. Vielleicht hat hier ja jemand Erfahrungen?

    • Hallo Dominik,
      das wäre doch eine schöne Idee für einen der heutzutage viel zu selten durchgeführten SEO-Tests: man linkt eine Unterseite mit einem Phantasie-Keyword über einen Textlink und eine andere Unterseite über einen Bildlink mit einem anderen Phantasie-Keyword im Alt-Text. Welches würde wohl besser ranken?
      Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass ein Textlink besser funktioniert, da es davon deutlich mehr im Netz gibt und Google diese Daten braucht. Zudem wissen viele Webmaster gar nicht über die Existenz eines Alt-Tags für Bilder Bescheid – warum sollte Google diese Nichtwissenheit also bestrafen? Deshalb bleibe ich dabei: Textverlinkung > Bildverlinkung 🙂

      • Hi Florian,

        ich bin absolut mit dir, dass Textverlinkungen stärker gewichtet sind als Bildverlinkungen mit Alt-Attribut. Ich habe mich wohl falsch ausgedrückt, sorry. Mir ging es darum, dass auch bei einem Bild ein „Ankertext“ übergeben werden kann, eben in Form des Alt-Attributs.

        Und wenn ein Webmaster nicht weiß, dass es Alt-Attribute gibt, dann ist das ein Pfuscher. Die Basics sollte man schon beherrschen 😉

  7. Vielen Dank für die ausführliche Liste und die Tipps.

    Ich denke die Liste könnte so einigen Seitenbetreibern eine super Starthilfe sein und ebenfalls auch mir, denn ich war schon seit längerem auf der Suche noch so einer Hilfe, zum Glück bin ich jetzt noch hier fündig geworden.

    Einfach Super!

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